Die neuen Räume der Johannesgemeinde waren Anregung und Hintergrund für den Tag, der mit einer Andacht von Pfarrer Dr. Götz Häuser begann.
Referent des Tages war Dr. Peter Lampe, Prof. Emeritus an der Universität Heidelberg. Er nahm die Teilnehmenden mit in das Antike Rom und berichtete von unterschiedlichen Christentümern (im Plural), die es dort gab. Er stellte heraus: Die frühen Christen waren dezentral organisiert. Es gab im 1. Jh. nicht die eine große „römische Kirche“, sondern mehrere kleine Hausgemeinden, die über die ganze Stadt verteilt waren. Die frühen Christenmenschen in Rom waren keine homogene Gruppe, sondern vielmehr ein Netzwerk. Diese Hausgemeinden standen nicht immer in enger Verbindung miteinander; es gab kein zentrales Leitungsorgan oder einen Bischof im modernen Sinn. Vielmehr waren die Gemeinden durch persönliche Kontakte und Wanderprediger locker miteinander verbunden. Die Mehrheit der frühen Christinnen und Christen in Rom kam aus einfachen sozialen Schichten: Handwerker, Sklaven, Freigelassene und kleine Händler. Nur vereinzelt finden sich wohlhabende oder gebildete Mitglieder. Das Christentum entstand zwar in Machtzentren, dort aber unter einfachen Leuten.
Mit seinem einleitenden Vortrag bildete Prof. Lampe den Boden für den Nachmittag dieser Pfarrkonferenz. Dieser begann mit einer Einzelarbeit zum Thema „Ich träume von einer Kirche, die …“. Ziel war es, mit dem eigenen Bild von Kirche in den Austausch mit anderen zu treten, sich darüber auszutauschen, zu konkretisieren, die anderen besser zu verstehen und daran das Eigene zu profilieren.
Ein solcher Austausch ist wichtig, da die Hauptamtlichen des Kirchenbezirks verstärkt in Teams und Kooperationsräumen zusammenarbeiten werden. Und nicht nur sie: Auch auf Gemeindeebene müssen wir stärker als bisher lernen, aufeinander zuzugehen und zu kooperieren, ohne dabei das eigene Profil einer Gemeinde aufzugeben.
Unser Dank gilt der Johannesgemeinde Bühl für ihre Gastfreundschaft, Prof. Lampe für seine inhaltlichen Impulse, der Vorbereitungsgruppe sowie allen Beteiligten, die sich auf diesen Tag eingelassen haben. Sie alle trugen zum Gelingen des Tages bei.
Text und Fotos: Dr. Helmut Mödritzer, Christine Ettwein
Workshop-Einblicke bei der Pfarr-Konferenz:






