Deutschlandweites Vernetzungstreffen der Ökumenischen Friedensgebetsgruppen

- 13.10.2025 - 

3. bis 5. Oktober in Paderborn

Quelle: Friedensgebetsgruppe Altschweier/Bühlertal

Alljährlich findet im Herbst das deutschlandweite Vernetzungstreffen der ökumenischen Friedensgebetsgruppen statt, in diesem Jahr vom 3.bis 5. Oktober in Paderborn. Organisiert und inhaltlich vorbereitet wurde die Tagung von den Friedensgebetsgruppen Detmold und Lemgo.
Die Veranstaltung stand unter dem Thema:
„In Erwartung von Wundern leben. Warum beten für den Frieden?“
35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland berichteten zunächst über Formate und Entwicklungen in ihren örtlichen Friedensgebetsgruppen.
Den Impulsvortrag zum Schwerpunktthema hielt Prof. Dr. theol. Thomas Nauerth, Mitherausgeber des Buches „Verwandlung der Mächte“ des amerikanischen Theologen Walter Wink. Darin wird die Notwendigkeit des Gebets und der Fürbitte begründet:
„Fürbitte ist der spirituelle Widerstand gegen das, was ist, im Namen dessen, was Gott verheißen hat“.
“Das Gebet lässt die Luft einer kommenden Zeit in die erstickende Atmosphäre der Gegenwart hereinwehen“. (S. 156)
In der anschließenden Gruppenarbeit auf der Basis von Textabschnitten aus diesem Buch entstand ein intensiver Meinungsaustausch, dessen Ergebnisse im Plenum weiter diskutiert wurden im Sinne von Walter Winks beschriebener
„Politik der Hoffnung. Die Hoffnung nimmt ihren Zukunftsentwurf in den Blick und handelt dann, als wäre diese Zukunft unvermeidlich“. (S. 156)
Am Nachmittag fand die Besichtigung der Gedenkstätte Wewelsburg statt, die in der Zeit des Nationalsozialismus unter Leitung von H. Himmler zu einer Zentrale der SS mithilfe von Zwangsarbeiter*innen ausgebaut werden sollte. Für die Teilnehmenden bedeutete die Ausstellung ein erschütterndes Beispiel für die von W. Wink in seinem Buch verwendeten Begriffe „Mächte und Gewalten“.
Im Abschlussgottesdienst hielt Pfarrer Bernhard Stief aus Leipzig eine sehr beeindruckende und eindringliche Predigt.
Ausgehend vom Evangelium nach Lukas 11, 9 (5-10) …„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“…, ermutigte er die Friedensgebetsgemeinde nicht nachzulassen im Gebet für den Frieden und in der Hoffnung auf Wunder, indem er u.a. ausführte: „…Es ist also nicht so, dass es das Gebet des Einzelnen nicht braucht. Jede Betende und jeder Beter ist wichtig. Gleichzeitig dürfen wir aber auch wissen, dass in Zeiten des Zweifels und der Glaubenskrise Geschwister füreinander beten und einander mittragen. Als Friedensgebetsgemeinden verstehen wir unser Beten sogar als Dienst für die Stadt und an der Welt. Aber natürlich kann diese Aufgabe auch zu groß werden, wenn die Zahl der Betenden immer kleiner wird. Walter Wink nimmt die Mächte und Gewalten ernst, die die Bibel als Wirkkräfte in dieser Welt beschreibt:
„Sie entspringen dort, wo Menschen, Werke, Gruppen, Parteien, Betriebe u.a. ihre göttliche Berufung verlassen und ihren selbstsüchtigen und geringen Zielen nachgehen“ (S. 165). Diese Mächte und Gewalten haben diese Erde schon mehrmals an den Rand des Abgrundes gebracht. Jedes Mal entstanden danach neue Gebetsbewegungen, wie als wollte man es jetzt richtig machen und den Mächten und Gewalten keinen Raum mehr lassen. Mag sein, dass sich Lebensformen ändern, dass kirchliches und geistliches Leben eine neue Gestalt braucht, aber das Gebet wird immer eine Aufgabe der Christen bleiben. „Bittet, so wird…!“ Wir können und dürfen nicht warten, bis diese Erde wieder von Mächten und Gewalten, die ihre göttliche Berufung verlassen haben, in eine menschengemachte Katastrophe geführt wird. Darum halten wir am Gebet fest. Darum liegen wir Gott in den Ohren, wie der bittende Freund mit seinem „unverschämten Drängen!“ (Luk. 11, 5-10)
 
Für die Friedensgebetsgruppen Achern und Altschweier/Bühlertal nahmen Andrea Jöst, Roswitha Hoerth und Jochen Hoerth teil.