Bericht zum bundesweiten Vernetzungstreffen der ökumenischen Friedensgebetsgruppen
- 24.09.2026 -
Alljährlich findet im Herbst das deutschlandweite Vernetzungstreffen der ökumenischen Friedensgebetsgruppen statt, in diesem Jahr in Bad Alexandersbad, nahe der tschechischen Grenze. Organisiert und inhaltlich vorbereitet wurde die Tagung von der Friedensgebetsgruppe Ottensoos bei Nürnberg. Die Veranstaltung stand unter dem Thema „ Der trennende Zaun ist abgebrochen – zur Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen“.
37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland, darunter Roswitha und Jochen Hoerth für die ökumenische Friedensgebetsgruppe Altschweier/Bühlertal, versammelten sich zuerst zum Friedensgebet. Danach berichteten die einzelnen Gruppen über die Entwicklungen in ihren örtlichen Friedensgebeten.
Den Impulsvortrag zum Schwerpunktthema hielt der in Prag lebende Kirchenrat i.R. Gerhard Frey-Reininghaus, der sich 30 Jahre lang als Ökumenereferent der evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) für die Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen engagiert hat. Sowohl die EKBB als auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) benannten in mehreren Stellungnahmen und einer gemeinsamen Arbeitsgruppe das jeweilige Unrecht (1939 Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Nazi-Deutschland, 1945 Zwangsaussiedlung der Sudentendeutschen), ohne die Schuld gegeneinander zu verrechnen. Aus dieser Versöhnungsarbeit entstand 1998 die Publikation und Handreichung: „Der trennende Zaun ist abgebrochen – Zur Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen“. In der anschließenden Gruppenarbeit auf der Basis von Textabschnitten aus dieser Publikation entstand ein intensiver Meinungsaustausch.
Anschließend stand ein „Spaziergang durch die tschechisch-deutsche Geschichte“ mit dem Stadtplaner und Landschaftsarchitekten Raimund Böhringer auf dem Programm. Mit dem Bus ging es zur Wallfahrtsstätte Maria-Loreto in Altkinsberg, ein Ort, der über Jahrhunderte von Pilgern aus Böhmen und Bayern besucht wird. Nach 1945 stand die Kirche im Sperrgebiet des Grenzlandgürtels, wurde von Grenzsoldaten zerstört und verfiel zu einer Ruine. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs wurde die Kirche und der dazugehörige Kreuzgang mit deutscher Hilfe restauriert.
Anschließend besuchte die Gruppe die sehenswerte Stadt Eger (heute Cheb) mit ihrer Burganlage. Am Fuß der Burg konnte das Gartenschaugelände besichtigt werden, ein deutsch-tschechisches Gemeinschaftsprojekt zwischen den Gemeinden Eger und Marktredwitz.
Das Abendprogramm wurde musikalisch eröffnet von Pfarrer Christoph Schmitt , der selbst komponierte Lieder mit anspruchsvollen Texten vortrug und mit virtuosem Gitarrenspiel begleitete.
Beim Abschlussgottesdienst hielt Pfarrer Bernhard Stief aus Leipzig die Predigt. Ausgehend von der Apostelgeschichte (16, 23-34), in der Paulus und Silas im Gefängnis beteten und Loblieder anstimmten und sich schließlich die Kerkertüren öffneten, ermutigte er die Teilnehmer nicht nachzulassen im Gebet für den Frieden und nach dem Vorbild der Nikolai-Kirche in Leipzig die Türen offen zu halten.